Testosteronmangel und Haarausfall: Zusammenhang?

Seit vielen Jahren ist das Gerücht im Umlauf und wurde vielfach zum Thema gemacht, dass der männliche Testosteronmangel der Grund für Haarausfall sei.

Dieser Mythos ist nun widerlegt, denn Forscher fanden heraus, dass kein Zusammenhang zwischen Testosteronmangel und Haarausfall vorliegt.

Noch vor einem relativ geringen Zeitraum waren Menschen der Meinung, dass jemand mit einer Glatze ganz automatisch an einem Mangel von Testosteron leidet.

Die Annahme, dass der Testo-Spiegel gleichzusetzen ist mit einem üppigen Haarwuchs hielt sich demnach hartnäckig.

Natürlich war es nicht immer nur das fehlende Haar der Männer, welches ebenso in Verruf geraten ist, denn der Testosteron Spiegel spricht selbstverständlich auch, für eine geringere Potenz.

Ein Grundsatz, der sich im Übrigen, als vollkommen falsch erweist.

Allerdings wackelt dieser Glaube mittlerweile auch gewaltig, denn ein Greifswalder Forscherteam unter der Leitung von Herrn Robin Harig, hat mittlerweile die Daten in einer Studie mit 373 Männern ausgewertet.

Das Team der Universitätsmedizin Greifswald kam in Bezug von mehreren klinischen Studien, zu einem etwas anderen Entschluss.

Spielt Testosteronmangel eine Rolle bei Haarausfall?

Bei einer Frau ist Haarausfall relativ einfach zu erklären. Bis zur Menopause (Wechseljahre), werden die Haarwurzeln durch einen hohen Anteil von weiblichen Hormonen geschützt.

testosteronmangel haarausfall mann

Ab diesem Zeitraum jedoch sinkt der Anteil kontinuierlich und der Einfluss männlicher Hormone beginnt zu steigen.

Die Folgen hiervon sind:

  • Haare beginnen sich zu lichten
  • fallen frühzeitiger aus
  • Sichtbarkeit der Kopfhaut

Bei Männern sieht die Sachlage etwas anders aus, denn neben genetischen Faktoren, spielen weitere Kriterien eine Rolle. Nämlich der aus der Bahn gekommene Hormonhaushalt, Infektionen, Nährstoffmangel, als auch ein geschwächtes Immunsystem, können die Schuld daran tragen. Sollte ein Mangel vorliegen, sollte man diesen Testosteronmangel beheben. Ein weiterer Aspekt, der nicht von der Hand zu weisen ist, sind eine ungesunde Lebensweisen, bedingt durch Nikotin, viele größere Mengen von Alkohol und nicht zu vergessen, durch einen nicht gesunden und ausgewogenen Speiseplan.

Bei einem hormonell bedingtem Haarausfall, der ohne Vorwarnung auftritt, ist in den meisten Fällen die Balance zwischen dem weiblichen Sexualhormon Östrogen und dem männlichen Hormon Testosteron gestört.

Diese Hormone beeinflussen sowohl die Teilungsaktivität der Haarfollikel, als auch die Dauer des Haarzyklus. Selbst kleinere Schwankungen im Hormonspiegel, können sich aus diesem Grund auf die Haarwurzeln auswirken, was wiederum zum Verlust von Haaren führt.

Bei den Damen ist dieses Phänomen mehrfach bei bestehenden Schwangerschaften, der hormonellen Verhütung (Anti-Baby-Pille, die ebenfalls über erhebliche Auswirkungen auf das Haar verfügt)) oder eben den Wechseljahren, die auslösende Ursache.

Bei Männern, sowie beim weiblichen Teil der Bevölkerung führt Stress, einseitige Ernährung und ein aggressivere Umgang mit der Kopfhaut (zu starkes Bürsten, falsche Tönungsmittel und zu häufiges Färben), zu Haarausfall. Die Folgen sind, den Haarfollikeln fehlt es an genügender Durchblutung und somit an wichtigen Nährstoffen. Abhilfe schaffen können eine Umstellung des gewohnten Lebensstils, sowie in erster Linie der Abbau von Stress. Im Gegensatz zu Haarverlust besteht zwischen Testosteronmangel und Depression allerdings ein Zusammenhang.

Die Grundthese, dass Testosteron ein wirklicher Glatzen-Booster sei, ist mittlerweile widerlegt. Experten sind der Meinung, dass eine erbliche Überempfindlichkeit (androgenetischer Haarausfall) gegen das Hormon Testosteron mit bis zu 95 Prozent die Ursache für männlichen, bei den Damen mit bis zu 80 %, die Ursachen für Haarausfall sind.

Viele der betroffenen Männer leiden an erblichem Haarausfall, einer sogenannten androgenetischen Alopezie oder Alopecia androgenetica. In der Zwischenzeit ist fast jeder 2. Mann davon betroffen. Der Verlust von Haaren reicht in diesen Fällen beim Mann, von den sogenannten Geheimratsecken, bis hin zur ausgeprägten Glatze.

Der erblich bedingte Haarausfall bei Männern unterscheidet sich allerdings von dem der Frauen deutlich. Bei weiblichen Personen sind meistens die Scheitelregionen mehr betroffen, bei männlichen kommt die typische Halbglatze oder, eben eine Vollglatze zum Vorschein.

Der menschliche Körper verwandelt Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT). Sind nun Haarwurzeln anfällig gegenüber diesem Hormon, verkürzen sich unweigerlich auch die Haarzyklen. Die Folgen hiervon sind laut Studie, die Haare wachsen dünner nach und die Haarwurzeln beginnen zu schrumpfen.

In jüngerer Zeit wurde das Hormon Prostaglandin D2, als Auslöser für den androgenetischen Haarausfall, dafür verantwortlich gemacht. Dieses entsteht durch das Enzym Prostaglandin D2 Synthase und ist an kahler werdenden Stellen, in höheren Konzentrationen, zu finden.

Der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) ist in der Regel immer mehr bei der weiblichen Bevölkerung, als bei dem starken Geschlecht zu beobachten und zwar während oder nach Schwangerschaften. Dieser Typ äußert sich durch kahle oder runde Stellen nicht nur auf dem Kopf, sondern bei Frauen im Arm-, oder Beinbereich, bei Männern eher am Bart oder bei der Brustbehaarung.

In den meisten Fällen ist keine spezielle Therapie notwendig, denn nach einigen Monaten wachsen die Haare neu, Rückfälle sind allerdings häufig der Fall.

Kein Zusammenhang zwischen dem Sexualhormon und Haarausfall

Gründe für einen Haarausfall gibt es viele, einerseits können Probleme mit der Schilddrüse die Schuld daran tragen, andererseits sind diese in oder in der Darmgegend zu suchen. Eine Ursache, die über einen langen Zeitraum vermutet wurde, konnten Forscher nun Ad Acta legen, denn sie deckten neue Erkenntnisse auf.

Eine Auswertung der Bevölkerungsstudie Ship-Trend in Mecklenburg-Vorpommern, hat keinen Zusammenhang zwischen dem Sexualhormon Testosteron oder auch dem Hormon Androstendion ergeben.

Bisherige Untersuchungen aus klinischen Studien haben bis heute allerdings die wirkliche Ursache von männlichem Haarausfall nicht abschließend klären können. Der Mythos jedoch, dass schöne und volle Haare etwas mit viel Testosteron zutun haben, entspricht zu einhundert Prozent nicht der Wahrheit.

Eines jedoch wurde völlig klar, denn einen direkter Zusammenhang weder bei Haardichte, noch beim Haarwachstum durch Testosteron, wurde nicht nachgewiesen. Die Meinung vieler Forscher wurde also entsprechend widerlegt.

Neben genetischen Faktoren steht demnach neueren Erkenntnissen zufolge, sowohl das Hormon Dihydrotestosteron (DHT), ein Folgeprodukt von Testosteron, sowie auch das Gewebshormon Prostaglandin unter Verdacht, für einen Haarausfall die Verantwortung zu tragen.

Fazit

Das Thema Haarverlust dürfte bei beiden Geschlechtern, sowie für unzählige Ärzte noch lange nicht vom Tisch sein. Immer wieder sind neue Studien zu erwarten, die entweder einen Zusammenhang erklären, noch irgendwelche neuen Erkenntnisse hervorbringen.

Gegen einen Ausfall und für schönes und volles Haar sind mittlerweile unzählige Produkte für alte und junge Männer auf dem Markt, die mehr oder weniger, hilfreich sind, jedoch eine Menge vom Budget verschlingen. Testosteron jedenfalls spielt kaum eine tragende Rolle und Männer müssen daher auch nicht den künstlichen Botenstoff auf legalem oder illegalem Wege zuführen.

Gerade der männliche Teil der Bevölkerung, unter anderem Bodybuilder, aber auch andere Sportler und Athleten sind nämlich der Meinung, dass Testosteron nicht nur etwas für einen schnellen, als auch effektiven Muskelaufbau tun kann, sondern auch für die Potenz und eben für volleres Haar hilfreich ist.

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